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Abschnitt 6: Weitere Vorschriften

§ 20 Überwachung des Endlagers und seiner Umgebung

(1)    Das Endlager und seine Umgebung sind im Rahmen eines Monitorings kontinuierlich zu überwachen. Das Monitoring hat insbesondere solche beobachtbaren Parameter zu überwachen, die frühzeitig auf Abweichungen von den zu erwartenden Entwicklungen des Endlagersystems hindeuten können.

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Abschnitt 1: Allgemeine Vorschriften

§ 1 Anwendungsbereich

(1)    Diese Verordnung gilt für Anlagen des Bundes zur Endlagerung radioaktiver Abfälle nach § 9a Absatz 3 Satz 1 des Atomgesetzes

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Anlage zu § 8: Berechnung des Neutronen-Multiplikationsfaktors

Teil A: Anforderungen an die Bestimmung der reaktivsten Anordnung


Zum Ausschluss einer sich selbst tragenden Kettenreaktion ist jeweils die reaktivste Anordnung der Abfälle zu berücksichtigen. Die reaktivste Anordnung ist die Anordnung, die zum größten Wert des berechneten Neutronenmultiplikationsfaktors keff, calc inklusive der Summe σk aller seiner Ungewissheiten führt.

Bei der Ermittlung der reaktivsten Anordnung sind die Bandbreiten

  •  der element- und isotopenweisen Zusammensetzungen,
  • der physikalischen und chemischen Beschaffenheiten der hoch radioaktiven Abfälle und
  • der in Teil B genannten reaktivitätsrelevanten Gebindeparameter

zu berücksichtigen. Außerdem sind alle zu erwartenden und abweichenden Entwicklungen des Endlagersystems mit den damit verbundenen geologischen, geophysikalischen und geochemischen Prozessen über den gesamten Nachweiszeitraumzeitraum auf die Reaktivität der eingelagerten Spaltstoffe hin zu untersuchen und bei der Ermittlung der reaktivsten Anordnung zu berücksichtigen.

Bei der Ermittlung der reaktivsten Anordnung ist die Veränderung der hoch radioaktiven Abfälle während des Nachweiszeitraumes, insbesondere auf Grund des radioaktiven Zerfalls und der im betrachteten Endlagersystem ablaufenden Prozesse zu berücksichtigen. Zu diesen Prozessen gehören auch der Stofftransport und die mögliche daraus resultierende Akkumulation von Spaltstoffen.

Abdeckende oder andere konservative Annahmen dürfen für den gesamten Nachweiszeitraum oder abschnittsweise verwendet werden, wenn diese für den jeweils unterstellten Zeitraum hinreichend begründet sind. Die Anwendung nicht begründeter Überkonservativitäten ist nicht zulässig.

Die eingesetzten Berechnungsprogramme und Stoffdatenbanken müssen dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen und diesbezüglich qualifiziert sein.


Teil B: Berechnung zum Ausschluss einer sich selbst tragenden Kettenreaktion


Eine sich selbst tragende Kettenreaktion im Nachweiszeitraum gilt als ausgeschlossen, wenn der berechnete Neutronenmultiplikationsfaktor keff, calc inklusive der Summe σk aller seiner Ungewissheiten für die reaktivste zu betrachtende Anordnung von hoch radioaktiven Abfällen das Akzeptanzkriterium

keff, calc + σk < 0,95

erfüllt.

Das Rechenmodell zur Berechnung von keff, calc hat relevante reaktivitätsbeeinflussende Größen der realen Anordnung zu berücksichtigen. Die relevanten Größen umfassen mindestens:

  1. die Menge der Spaltstoffe sowie ihre element- und isotopenweise Zusammensetzung,
  2. Neutronen moderierende oder reflektierende Stoffe in, zwischen und um den Spaltstoffanordnungen,
  3. die geometrische Anordnung aller beteiligten Materialien,
  4. die Temperatur der Anordnung.

Die Berücksichtigung von reaktivitätsmindernden Einflussfaktoren ist in dem Maße zulässig, wie ihr Vorhandensein im jeweils unterstellten Zeitraum gewährleistet werden kann.
Folgende Größen des jeweils zu Grunde liegenden Rechenmodells sind bei der Ermittlung der Summe der Ungewissheiten σk mindestens zu berücksichtigen:

  1. Ungewissheiten bei den eingesetzten Wirkungsquerschnitten,
  2. Ungewissheiten hinsichtlich der Spaltstoffmenge,
  3. Ungewissheiten hinsichtlich der element- und isotopenweisen Zusammensetzung der Spaltstoffe,
  4. Ungewissheiten hinsichtlich der Art, Zusammensetzung und Konzentration der übrigen Materialien, insbesondere der Neutronen moderierenden, reflektierenden oder absorbierenden Stoffe,
  5. Auswirkungen von Ungewissheiten in der Berechnung der für den Ausschluss von Kritikalität wesentlichen geologischen, geophysikalischen und geochemischen Prozesse im Endlagersystem und
  6. bekannte systematische Abweichungen in den verwendeten Berechnungsprogrammen.

Die Ungewissheiten sowie ihre wechselseitigen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen sind durch Unsicherheits- und Sensitivitätsanalysen zu untersuchen.